Vom Nutria zum Schinken - ein Versuch!

Fachbereich für Angler und Jäger
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RäucherPit
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Re: Vom Nutria zum Schinken - ein Versuch!

Beitragvon RäucherPit » Mo 3. Feb 2020, 15:46

Beitrag: # 13085Beitrag RäucherPit »

@Willi
Das schaut sehr gut aus! Das wird eins meiner nächsten Projekte.
Lasst uns die Plagegeister einfach aufessen...

@Browi
Eine Trichinenuntersuchung setze ich natürlich bei jedem erlegtem Wildtier vom Jäger voraus!!!

Gruß der Pit
:RT21Fr Nach dem Treffen, ist vor dem Treffen

Was der Bauer nicht kennt, das frißt er nicht. Würde der Städter kennen, was er frißt, er würde umgehend Bauer werden.
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Re: Vom Nutria zum Schinken - ein Versuch!

Beitragvon Browi » Mo 3. Feb 2020, 19:09

Beitrag: # 13086Beitrag Browi »

Hallo Pit,
hier gibt es offensichtlich gewaltige Lücken.
Trichinenuntersuchung?
Das darf der Jäger nicht, er ist als berechtigte Person nur zur Probenentnahme berechtigt, wenn er einen Lehrgang dafür besucht hat.
Nicht alle Jäger haben diese Berechtigung, in der Regel der Revierinhaber.
Den Rest machen die zugelassenen Amtstierärzte und nur die geben das Tier zum Verzehr frei.
Nachweis ist ein gesiegelter Ursprungsschein, der jedem auszuhändigen ist. Ich vermerke auf jedem Schein wer was bekommen hat.
Des Weiteren sind Trichinenuntersuchungen in unseren Regionen nur bei Schwarzwild, Dachs und Nutria gesetzlich angeordnet nicht nur empfohlen.
Das Andere ist der Fleischbeschau, der wird vom Jäger als sachkundige Person beim aufbrechen vorgenommen, wenn er dazu berechtigt ist. Auch hier ist im Zweifel ein Veterinär hinzuzuziehen wenn es Probleme gibt, wir reden hier von Nahrungsmittel nicht von Futter.
Geht da bitte nicht so fahrig mit um, ich habe im Nachbarort eine Familie die erkrankt war gehabt.
Keiner ist 60 Jahre alt geworden und die Schmerzen ein ganzes Leben. Arbeiten konnte nach der Erkrankung keiner mehr.
Hinterfragt also diese Untersuchung und lasst Euch den Wildursprungsschein mit der amtlichen Freigabe aushändigen.
In der Regel gibt es bis zu 10 positive Fälle pro Jahr und das gibt zu denken.
Wer da mehr wissen will sollte mal bei Google nachsehen.
Hat schon mal jemand diese Untersuchung bei den Hausschlachtungen hinterfragt?
Wenn nicht dann solltet ihr das beim nächsten Mal wohl tun.
Nochmal ausdrücklich das ist kein Spaß!!!! Ich wünsche es keinem!!
Gruß
HG
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Re: Vom Nutria zum Schinken - ein Versuch!

Beitragvon huggo80 » Di 4. Feb 2020, 07:11

Beitrag: # 13087Beitrag huggo80 »

RäucherPit hat geschrieben: Mo 3. Feb 2020, 15:46 ...

@Browi
Eine Trichinenuntersuchung setze ich natürlich bei jedem erlegtem Wildtier vom Jäger voraus!!!

Gruß der Pit
Ich habe das jetzt so verstanden, dass der Pit meint, dass der Jäger bei seinem erlegten Wild eine Trichinenuntersuchung des Veterinäramtes machen lässt und das nicht selbst durchführt.
Das würde auch nicht wirklich Sinn machen, weil nicht jeder Jäger ein Amtstierarzt ist.
LGJürgen
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Re: Vom Nutria zum Schinken - ein Versuch!

Beitragvon oern1 » Mi 5. Feb 2020, 14:42

Beitrag: # 13092Beitrag oern1 »

Tuardian hat geschrieben: So 2. Feb 2020, 22:33 Was sagt unser Biberbeauftragter dazu?? Ernstl bitte melden
Die Viecher wachsen bei uns (noch) nicht... Würde es schon mal probieren....schaut aber schon sehr nach Ratz aus...schon von der Ernährung ist mir Biber sympatischer....aber soooo gut war der ja auch ned... ;-)
Gruß Ørn
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Re: Vom Nutria zum Schinken - ein Versuch!

Beitragvon oern1 » Mi 5. Feb 2020, 14:57

Beitrag: # 13093Beitrag oern1 »

Bei uns kostet die Trichinenuntersuchung 10,- Euro....da kann man schon vom Preis rückschließen, ob die gemacht wurde...
Beim langen Schmoren kann wenig passieren, beim Rohschinken wäre ich vorsichtig...

Hier ein pdf mit Infos:
https://www.bfr.bund.de/cm/350/trichine ... uetung.pdf

"Erhitzen von Fleisch
Temperaturen von mindestens 65°C töten Trichinen mit Sicherheit ab. Diese Temperaturen werden im Kern von größeren Fleischstücken, in Knochennähe und im Mikrowellenherd nicht immer erreicht.

Andere Behandlungen von Fleisch
Nach der Verordnung (EG) Nr. 2075/2005 ist anstelle einer Trichinenuntersuchung von Tierkörpern und Fleisch vom Schwein eine genau vorgeschriebene Gefrierbehandlung erlaubt.
Bei Behandlungen wie Räuchern, Pökeln, Trocknung und Salzen ist die Unschädlichmachung der Trichinen sicher, wenn entsprechende Mindesttemperaturen und -einwirkungszeiten bzw.-konzentrationen eingehalten werden.
Das in einigen Drittländern, in der EU jedoch nicht zugelassene Bestrahlen von Fleisch tötet Trichinen bei relativ geringen Dosen ab...."
Gruß Ørn
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Re: Vom Nutria zum Schinken - ein Versuch!

Beitragvon fabaki » Mi 5. Feb 2020, 23:25

Beitrag: # 13097Beitrag fabaki »

Hallo,
unsere Katze hat mal ne Bisamratte erledigt, also ehrlich gesagt, der Gedanke diese Ratte zu essen, übersteigt meine Akzeptanz gegenüber dem Nutria Schinken. Würde mich Überwindung kosten diese zu essen.
Gruß
Jürgen
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Re: Vom Nutria zum Schinken - ein Versuch!

Beitragvon Örni » Do 6. Feb 2020, 20:12

Beitrag: # 13101Beitrag Örni »

Hallo Jürgen,

du kannst eine Bisamratte auch nicht mit einem Nutria vergleichen.
Das sind 2 paar Schuhe,hier gibt es kein Verwandschaftsverhältniss.
Der Nutria gehört zu der Gattung der Biber.

Nutria gebraten schmeckt auf alle Fälle sehr gut.
Die Leber ist noch zarter als vom Kaninchen.
So habe ich das empfunden..

Grüße vom Bernd
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Re: Vom Nutria zum Schinken - ein Versuch!

Beitragvon RäucherPit » So 9. Feb 2020, 14:41

Beitrag: # 13129Beitrag RäucherPit »

...so, heute war der Jäger da um den Nutria-Schinken abzuholen.

Nach dem die Stücke bis heute im Vakuum verbracht haben war er außen auch überhaupt nicht mehr trocken.
Der Anschnitt ergab ein dunkelrotes Bild.
7 Schinken1.jpg
In dünne Scheiben ließ sich der Rücken mit der Maschine nicht schneiden da er von der Konsistenz her allgemein sehr weich war.
Musste dann also mit dem Messer ran...
7 Schinken2.jpg

Wir haben direkt nach dem entpacken und aufschneiden gekostet:
Der Geruch war eher neutral, also nichts was man als negativ bezeichnen könnte. Eher frisch.
Vom Biss her außerordentlich zart, fast schon schmelzig. Der Geschmack irgendwie zwischen Wild- und Rinderschinken mit kurzer Räucherdauer.

Anschnittbilder und Geschmackstest von der Keule folgen, da warte ich noch auf die Fotos und die Aussage vom Jäger.
Für mich ist aber jetzt schon der Versuch "vom Nutria zum Schinken" als gelungen zu verbuchen.

Ich finde es informativ wie sich hier die Meinungen und Berichte rund um die Nutria gestaltet haben. Wichtig ist der Beitrag von Browie mit seinem Hinweis auf eine notwendige (amtliche!) Trichinenschau! - das sollte jedem klar sein. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen das ein Jäger dieses unterlässt, wegen 10,- Euro (bei uns unter 9,- Euro) ist es die Sache nicht wert.

Die teilweise Abneigung gegen Nutria ist verständlich wenn man in erster Linie an "Ratte", "Sumpfbieber"oder "Bisamratte" denkt... war für mich bisher auch so. Wenns dann in die niedliche Ecke geht und man sich ein frittiertes, ganzes Meerschweinchen auf einem Teller vorstellt, gibt es sicherlich auch einige die dies als Abneigung empfinden... Nutria und Meerschweinchen sind Artverwandt! Würde ich aber auch mal kosten wollen...

Gruß aus MeckPomm
der Pit
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Re: Vom Nutria zum Schinken - ein Versuch!

Beitragvon HaioPaio » So 9. Feb 2020, 14:50

Beitrag: # 13130Beitrag HaioPaio »

Peter

Es war sehr interessant dieses Projekt zu verfolgen.
Wenn das Ergebnis dann so schön aussieht und offensichtlich schmeckt war es die Arbeit wert.
schöne Grüße
Gerd :RT21Fr

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Re: Vom Nutria zum Schinken - ein Versuch!

Beitragvon hamschta » So 9. Feb 2020, 20:50

Beitrag: # 13141Beitrag hamschta »

Hallo Peter,

vielen Dank das du uns hier bei deinem Projekt mitgenommen hast - probieren würde ich hier auch - warum auch nicht.
LG Marko
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